Mit dem Elberadweg, dem Nordseeküstenradweg und dem Ochsenweg durchqueren gleich drei Radfernwege die Marsch. Ergänzt werden diese Routen durch ein enges Netz von lokalen Rundtouren, die für Sie den natürlichen und maritimen Reichtum unserer Marsch erlebbar machen. Einen guten Überblick über das Radroutennetz und die vielen Ausflugscafés bietet die handgemalte „Schatzkarte", die sehr detailliert die Schätze der Wedeler-, Haseldorfer- und Seestermüher Marsch darstellt und beschriebt (erhältlich unter www.elbmarschenhaus.de oder 0 41 29 – 95 54 90). Im Elbmarschenhaus in Haseldorf, dem Informationszentrum für Natur und Kultur an der Unterelbe, beraten wir Sie gerne bei Ihrer ganz individuellen Rundtour und bieten eine große Auswahl von Radkarten an.
Radtour durch die Wedeler und Haseldorfer Marsch
Ein guter Ausgangspunkt der Radtour durch die Marsch ist die S-Bahn in Wedel, welche in nicht mal einer halben Stunde mit der S1 von Hamburg-Altona zu erreichen ist (die Fahrradmitnahme ist im Übrigen kostenfrei). Der Hauptstraße Richtung Uetersen folgend stößt man ohne langes Suchen auf den Rundkurs, der im Wesentlichen der ausgeschilderten Kreisroute 16 und dem Elberadweg folgt. Die ersten Kilometer führen durch die wunderschöne Landschaft der Wedeler Marsch. Wenn auch eigentlich viel zu früh lädt das „Obstparadies" zur ersten Rast ein. Auf der Sonnenterrasse eröffnet sich bei einem Stück selbstgebackenen Kuchen ein schöner Blick über die Obstplantagen und die Weite der Marsch. Auch einen gut sortierten Hofladen gibt es hier. Wieder auf dem Fahrrad erreicht man nach rund einem Kilometer den von Schafen belagerten Deich. Auf der Deichkrone angekommen eröffnet sich die an dieser Stelle fast zwei Kilometer breite Elbe mit seinem Deichvorland, welches sich bei Ebbe zu einem der seltenen Süßwasserwatten verwandelt: Das NSG Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland. Die vom NABU betriebene Carl-Zeiss-Vogelstation lädt ein, sich über die unzähligen Arten von Vögeln, die das Gebiet in den unterschiedlichen Jahreszeiten als Rast- oder auch Brutstätte nutzen, zu informieren. Auch Ferngläser können hier ausgeliehen werden.Dem Deich folgend, mal auf der Elb-, mal auf der Marschseite öffnet sich im Bereich der Hetlinger Schanze ein wunderschöner Sandstrand, der zum verweilen einlädt. Ein idealer Ort um Shipspotting zu betreiben und von der großen weiten Welt zu träumen. Kurz hinter der Hetlinger Schanze, von wo die Dänen ab 1659 ihre Interessen gegenüber dem schwedischen Alten Land und Stade, sowie gegenüber Hamburg sicherten, beginnt das NSG Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland. Die Haseldorfer Binnenelbe war noch vor wenigen Jahrhunderten der Hauptlauf der Elbe. Durch die ab 1975 durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen und der Bau von Landesschutzdeichen änderten sich die Wasserverhältnisse und die natürlichen Lebensräume in diesem Gebiet. Große Teile der ehemaligen Flußlandschaft stehen seitdem nicht mehr unter Tideeinfluss. Der kleine Abstecher in den Haseldorfer Obstgarten ist ein weiteres Highlight dieser Tour. Hier wachsen über 180 verschiedene alte Obstbaumsorten, im Frühling ein rosaweißes Blütenmeer. Ein wunderschönes Fleckchen Erde! In Haseldorf empfiehlt sich das Café Mühlenwurth für die nächste Rast.
Wieder auf dem Deich führt der Weg weiter Richtung Norden. Nach ca. zwei Kilometern zweigt der Pinnau-Deich ab, der von unzähligen Reetdachhäusern mit gepflegten Gärtchen gesäumt ist. Nach einem kurzen Stopp an der historischen und sehr sehenswerten Drehbrücke in Neuendeich geht es vorbei an Obsthöfen und Obstplantagen über Haselau auf den Weg zum Elbmarschenhaus in Haseldorf. Die dortige multimediale Ausstellung gibt einen guten Einblick über die Natur- und Kulturlandschaft der Unterelbe.
In unmittelbarer Nähe des Elbmarschenhauses liegt der jahrhundertealte Haseldorfer Schlosspark, wo jetzt im Frühling ein buntes Rhododendronmeer zu bewundern ist. Der Weg zurück nach Wedel führt vorbei an der größten Schachbrettblumenkolonie in Schleswig-Holstein, zu deren Ehren alljährlich das „Schachbrettblumenfest" in Hetlingen Ende April / Anfang Mai tausende von Besuchern anlockt (der genaue Termin richtet sich nach der Blüte der Blume und ist ab Anfang April unter www.elbmarschenhaus.de nachzulesen).