Sie führt auf einem Rundkurs von Krempe aus durch die Kremper Marsch nach Neuenkirchen, Kremperheide und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Mit rund 18 Kilometern der perfekte Einstieg in die neue Radsaison. Da ist auch noch Spielraum und so starte ich mit dem Fahrrad bereits in Glückstadt. Wer es bequemer mag oder weniger Zeit zur Verfügung hat, der kann auch bequem per Bahn anreisen. Etwa stündlich halten die Züge auf der Strecke Hamburg – Itzehoe in Krempe.
Angekommen in Krempe starte ich vom Marktplatz aus auf den Rundkurs. Ihren Namen hat die Tour von den Flethen bekommen – große und kleine Entwässerungskanäle, die sich überall durch die Marschenlandschaft ziehen. Fleth stammt vom plattdeutschen Wort „fleeten" (fließen), das bereits eine wichtige Eigenschaft der Flethe beschreibt. Es handelt sich um Fließgewässer, deren Wasserstand in Abhängigkeit von der Tide schwankt.
Ich verlasse Krempe Richtung Westen, und der Weg führt mich eine kleine Nebenstraße entlang, vorbei an der Kremper Au und mit einem herrlichen Ausblick in die weite Marschenlandschaft. Man fühlt sich wie im hohen Norden, denn hier wird sogar vor die Straße querenden Elchen gewarnt. Ich habe leider keinen entdeckt.
Nach den ersten Kilometern führt mich die Tour an den Stördeich. Die Deichschafe grasen friedlich und in dieser Jahreszeit sind viele Lämmchen zu beobachten. Ich nutze die Möglichkeit über eine Treppe den Deich zu erklimmen. Belohnt werde ich mit einem wunderschönen Ausblick über die Stör, die sich hier in einem Bogen durch die Landschaft zieht.
Nach einer kurzen Rast geht es weiter. Auf ruhigen Nebenstraßen kann man die Ruhe und weite Ausblicke genießen. Entlang des Weges blühen Scharbockskraut und Weißdorn und an Bäumen und Sträuchern brechen die ersten Knospen auf.
Ab Groß Wisch folgt die Tour der Straße, wo mich allerdings nur wenige Autos überholen. An der nächsten Kreuzung biegt die Strecke scharf rechts Richtung Krempermoor ab. Ich entscheide mich für einen Abstecher nach Neuenkirchen. Das kleine Dorf gehört zur Gemeinde Bahrenfleth. Im Zentrum entdecke ich die alte Dorfkirche mit einem hölzernen Glockenturm. Dazu lohnt ein Besuch der Treckerscheune Bahrenfleth. Für mich geht es jedoch zurück auf die Strecke.
Die Hälfte der Fleth-Tour liegt bereits hinter mir. Die Dörfer Kremperheide und Krempermoor sind auch bald erreicht. Hier geht es vorbei am Restaurant Heidekrug. Nun sind es nur noch gut fünf Kilometer zurück bis zum Start- und Endpunkt der Tour am Kremper Marktplatz. Der Radweg verläuft auf diesem letzten Abschnitt parallel zur Straße und Bahnlinie vorbei an großen Marschenhöfen.
Dann habe ich mein Ziel erreicht. Die Kleinstadt Krempe mit ihren 2.400 Einwohner ist der Hauptort der Kremper Marsch. Die Stadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1234 wurde Krempe das erste Mal urkundlich erwähnt. Davon zeugt auch das sehenswerte Renaissance-Rathaus von 1570 direkt am Marktplatz. Es gehört zu den schönsten historischen Rathäusern in Schleswig-Holstein. Sehenswert sind dabei auch die reichen Malereien im Ratssaal und im Großen Saal. Wer mag, kann nach der erlebnisreichen Tour hier im Ratskeller seinen Durst löschen oder seine Energiereserven auffüllen.
Für mich ist allerdings noch nicht Schluss, denn ich muss noch ein Stück weiter und mache mich auf den Rückweg nach Glückstadt. Gut gelaunt und doch etwas geschafft beende ich nach rund zweieinhalb Stunden meine erste Radtour des Jahres. Weitere werden mit Sicherheit folgen!