Wir fahren weiter zum Nord-Ostsee-Kanal, schließlich ist er die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt, muss man also gesehen haben. Als wir gerade auf die Fähre gehen um mit dieser kostenlos über zu setzen fährt ein Traumschiff durch den Kanal an uns vorbei. Hautnah! Ein echtes Erlebnis! Die Fähre legt ab und weiter an das Traumschiff heran. Dieses zieht ruhig seine Bahn durch den Kanal in Richtung Brunsbüttel.
Auf der anderen Kanalseite angekommen, sind wir von der so ganz anderen Landschaft beeindruckt. Eben noch das platte weite Land, jetzt: eine imposante Landschaft. Vor uns liegt ein steiler Geesthang, der früher die Kante zwischen Land und Wasser war. Terrassenartig können wir schon von weitem die am Geesthang gebauten Häuser des Luftkurortes Burg erkennen. Wir fahren der Rad-Route folgend in Richtung Ortsmitte und machen einen Halt an der Bökelnburg – einem Ringwall aus dem 8. Jahrhundert. Hier stellen wir unsere Fahrräder ab und gehen hinauf. Ein fantastischer Blick zum Nord-Ostsee-Kanal, auf dem gerade ein Containerschiff „durch die Wiesen" fährt, belohnt uns für den Aufstieg. Wir laufen auf dem Bökelnburgwall, um das Ganze auf uns wirken zu lassen. Hierbei sehen wir direkt in das Burginnere, einen alten Friedhof. Etwas hungrig, kehren wir im Restaurant/Café „Hacienda" ein, welches in unmittelbarer Nähe liegt.
Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Waldmuseum, das im 21 m hohen Aussichtsturm untergebracht ist und inmitten des Burger Naturerlebnisraumes liegt. Zunächst besichtigen wir den Turm. Von hier schweift unser Blick über den Geestrand und weite Teile Dithmarschens bis hin zur Elbmündung. Im Waldmuseum selbst kann man z.B. in einem Ein Urlaubstag im Mai gläsernen Bienenstock dem emsigen Treiben der Honigbiene zusehen, vieles über die Tierund Pflanzenwelt erfahren oder Funde längst verschollener Arten wie Mammut und Auerochse betrachten. Den Abschluss bildet ein Rundgang durch den Naturerlebnisraum, vorbei an Quellen, Opfertischen und Teichen.
Wir steigen wieder auf unsere Räder und lassen uns Richtung Ortskern rollen. Das geht prima, denn das Waldmuseum mit Aussichtsturm steht auf der höchsten Erhebung im südlichen Dithmarschen.
Nach kurzer Fahrt biegen wir rechts in die Straße „Am Hafen" ab, denn vor längerer Zeit haben wir Karten für eine gestakte Kahnfahrt in original Spreewaldkähnen auf der Burger Au reserviert. Am Anlegesteg bekommen wir die Karten und es wird uns einiges über die Geschichte Burgs, der Burger Au und den Nord-Ostsee-Kanal erzählt. Dann geht's um 14:00 Uhr los und wir genießen eine Stunde Fahrt durch die idyllische Wasser-Wiesen-Landschaft. Auf einer kleinen Insel steigen wir aus und werden mit selbstgebackenen Kuchen und Getränken (gegen Spende) liebevoll versorgt. Auf der Rückfahrt lassen wir wieder unsere Seele baumeln ...
Zurück am Anlegesteg schwingen wir uns noch einmal auf unsere Räder, um den historischen Ortskern mit der St. Petri-Kirche, dem Fachhallenhaus und der königlich privilegierte Apotheke „Am Markt" zu besichtigen. Über den Holzmarkt – vorbei am historischen Amtsgebäude mit dem Wappenbaum - gelangen wir in die Bahnhofstraße: eine wunderschöne Allee mit altem Baumbestand. Am Ende diese Allee befindet sich auf der linken Seite das Restaurant „Am Kamin". Da es immer noch schön warm ist, setzen wir uns in den Biergarten des Restaurants und lassen uns mit frisch gezapftem Bier und dem „Graf Rudolf Teller", der nach der Sage vom Grafen Rudolf von der Bökelnburg benannt wurde, verwöhnen.
Da es nur noch ein paar Schritte bis zum Burger Bahnhof entschließen wir uns, die Rückfahrt mit dem Zug anzutreten. Wieder in Wilster angekommen sind wir uns einig: es war ein einmaliger Urlaubstag! Beim nächsten Besuch in Burg werden wir auf jeden Fall durch den Baumgarten (Aboretum) laufen, die Freilichtbühne und das „Burger Museum" mit seiner Ausstellung über Handwerksbetriebe im historischen Burg besichtigen.