Bürgermeistergarten
Das prächtige Doos´sche Wohnhaus entstand in den Jahren 1785/1786 und zeigt vornehm-bürgerliche Bau- und Einrichtungskunst. Hinter dem Gebäude wurde der "Blumengarten" angelegt - heute bekannt als "Bürgermeistergarten". Er zeigt auf rund 2,4 Hektar barocke Gartenkunst aus dem 18. Jahrhundert.
Zusammenfassung zur Geschichte und Gestaltung des Doos'schen Gartens
Der Doos'sche Garten entstand Ende des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Doos'schen Palais. Sein Erbauer, der Kanzleirat Johann Hinrich Doos, ließ den Garten als repräsentative barocke Anlage anlegen. Prägend waren dabei wertvolle Marmorskulpturen aus dem abgerissenen Schloss Friedrichsruh, die die Gestaltung und das ikonografische Konzept des Gartens bestimmten.
Nach dem Tod von Johann Hinrich Doos führte seine Frau Luise Charlotte Dorothea Doos das Anwesen weiter. Sie errichtete im hinteren Teil des Gartens ein großes Gartenhaus und ergänzte die Anlage um ein Badehaus mit Wasserbecken. Da sie keine Nachkommen überlebten, vermachte sie Haus, Garten und weitere Gebäude der Stadt Wilster mit der Auflage, alles dauerhaft zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Ensemble gilt heute als eines der bedeutendsten bürgerlichen Denkmäler des 18. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein.
Der rund 2,4 Hektar große Garten war ursprünglich streng nach barocken Gestaltungsprinzipien aufgebaut. Eine etwa 250 Meter lange Hauptachse führte vom Palais bis zum Gartenhaus. Der zentrale Parterrebereich war geometrisch gegliedert und mit Hecken, Blumenbeeten, geschnittenen Gehölzen und Marmorskulpturen ausgestattet. Dahinter schloss sich ein Bereich mit einer Wasserachse aus Brunnen, Graben und Teich an, die bis zum ehemaligen Badehaus führte. Im östlichen Teil ging die Anlage in einen landschaftlich gestalteten Garten über, der heute weitgehend verwildert ist. Einige alte Bäume aus dieser Zeit sind jedoch noch erhalten.
Bis heute vermittelt der Doos'sche Garten eindrucksvoll die Gartenkunst und das Selbstverständnis wohlhabender Bürger des späten 18. Jahrhunderts und bildet gemeinsam mit dem Doos'schen Palais ein einzigartiges historisches Ensemble.